Von Elijah J. Magnier
Hinter jedem verstümmelten Körper steht ein Rechtsrahmen, der Gerechtigkeit verspricht – aber nur für diejenigen, die mächtig genug sind, ihn durchzusetzen. Viele der palästinensischen Leichen, die kürzlich aus israelischer Haft zurückgebracht wurden, weisen laut medizinischen Teams und Beamten in Gaza eindeutige Spuren von Folter auf. Von den rund 9.000 Palästinensern, die seit Kriegsbeginn als vermisst gemeldet wurden, wurden bisher nur etwa 120 Leichen zurückgegeben. Alle kamen in einfachen weißen Leichensäcken an, ohne Dokumente und nur mit Nummern gekennzeichnet. Da die forensischen und DNA-Labors in Gaza – zusammen mit 38 Krankenhäusern – zerstört wurden, ist es laut Gesundheitsministerium nun unmöglich, viele der Toten zu identifizieren. Die Familien müssen ihre Angehörigen anhand von Kleidungsfetzen, Narben oder einem Ring am Finger identifizieren.
Hinter den Verbrechen selbst verbirgt sich etwas noch Dunkleres: die Arroganz der Straflosigkeit. Mit der Rückgabe von Leichen, die Spuren von Folter, Strangulation und Hinrichtung aufweisen, hat Israel nicht nur die Toten freigelassen, sondern auch seine Macht demonstriert. Der Zustand dieser Leichen war eine Botschaft, ein Spektakel der Erniedrigung, das die Palästinenser daran erinnern sollte, was diejenigen erwartet, die lebend gefangen genommen werden. Es war keine Verschleierung, sondern Theater; kein Schweigen, sondern Drohung.
Während Donald Trump erklärte, dass „alle israelischen [20 lebenden Gefangenen] bei guter Gesundheit zurückgekehrt sind”, erzählten die zusammen mit ihnen freigelassenen Palästinenser eine ganz andere Geschichte: Männer und Frauen mit gebrochenen Knochen, verlorenen Gliedmaßen, unbehandelten Infektionen und bleibenden Behinderungen. Andere berichteten von jahrelanger Demütigung, sexuellen Übergriffen und der Verweigerung von Medikamenten – Zeugenaussagen, die eine gezielte Politik der Erniedrigung belegen, die die Inhaftierung selbst zu einer Waffe macht.
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