Von Elijah J. Magnier
Seit Präsident Donald Trump wieder an der Macht ist, stehen seine Entscheidungen und sein Verhalten unter intensiver Beobachtung und haben für viel Aufsehen gesorgt, was oft durch die tägliche Theatralik, die seinen politischen Stil kennzeichnet, noch verstärkt wird. Doch die internationale Politik ist keine Bühne für Spektakel, und ein einziger falsch kalkulierter oder unrechtmäßiger Krieg könnte weit über seinen Ursprungsort hinaus weitreichende Folgen haben, ganze Regionen destabilisieren und Dutzenden von Staaten Schaden zufügen. Insbesondere der Zusammenbruch der Islamischen Republik Iran würde nicht einem herkömmlichen Regimewechsel ähneln, sondern einem systemischen Bruch mit unvorhersehbaren geopolitischen, sicherheitspolitischen und gesellschaftlichen Auswirkungen. Er würde eine der folgenschwersten geopolitischen Brüche der Moderne darstellen und unmittelbare regionale Schockwellen sowie langfristige globale Auswirkungen nach sich ziehen.
Der Iran ist nicht mit dem Irak im Jahr 2003, Afghanistan im Jahr 2001 oder Libyen im Jahr 2011 vergleichbar. Er ist ein großer, zentralistischer Staat mit mehr als 90 Millionen Einwohnern, fest verankerten Institutionen, einem mächtigen Sicherheitsapparat und einer strategisch günstigen Lage, die den Golf, den Kaukasus, Zentralasien und die Levante miteinander verbindet. Sollte er plötzlich fallen, würden die Folgen weit über seine Grenzen hinausreichen und die Sicherheitslage im Nahen Osten rasch verändern. Der Zusammenbruch würde nicht auf einem einzigen Weg erfolgen. Er könnte aus einem internen Kampf resultieren, der zu einer Fragmentierung führt, oder aus konkurrierenden Zentren bewaffneter Autorität, die einen einheitlichen Staat ersetzen.
Die interne Struktur des Iran macht dies besonders gefährlich. Die Macht ist nicht allein in einer zivilen Verwaltung konzentriert, sondern verteilt sich auf die Revolutionsgarde, die Basij-Netzwerke, die reguläre Armee, die Geheimdienste und eine breitere Konstellation regionaler verbündeter Bewegungen. Wenn die zentrale Autorität zerbricht, würden diese Akteure nicht verschwinden: Waffenlager, Raketenvorräte, Drohnen und paramilitärische Netzwerke würden zu umkämpften Vermögenswerten werden.
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