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Ein erster Waffenstillstand: Sieg oder Niederlage für Benjamin Netanjahu?

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Von Elijah J. Magnier –

US-Präsident Donald Trump bereitet sich auf eine Reise nach Israel vor, einen Besuch voller Symbolik und strategischer Absichten. Er möchte dort im politischen Rampenlicht stehen und sich persönlich für den Erfolg verantwortlich zeigen. Für Trump ist dies ein Moment, um seine Dominanz zu demonstrieren: zu zeigen, dass die Vereinigten Staaten unter seiner Führung dort Ordnung geschaffen haben, wo zuvor Chaos herrschte. Für Benjamin Netanjahu ist die Optik ebenso wichtig, aber aus anderen Gründen. Er lud Trump ein, vor der Knesset zu sprechen, um sich als unverzichtbarer Premierminister zu präsentieren, als der Mann, dessen internationale Reichweite die Interessen Israels sichert. Beide Männer streben dasselbe Foto an – aber aus unterschiedlichen Gründen. Trump möchte als Entscheidungsträger in Israel auftreten; Netanjahu will beweisen, dass er immer noch die Freundschaft des mächtigsten Mannes der Welt genießt.

Doch die Verbindung zwischen ihnen, die auf gegenseitigem Opportunismus beruht, ist mittlerweile angespannt. Als Trump die erste Phase des Waffenstillstandsabkommens verkündete, fügte er einen Satz hinzu, der in Jerusalem wie ein Donnerschlag einschlug: „Alle Parteien werden fair behandelt werden.“ Zum ersten Mal seit Jahren deutete ein amerikanischer Präsident Parität – und nicht Privilegien – zwischen Israel und seinen Gegnern an. Netanjahu, der seine Karriere auf der Annahme aufgebaut hat, dass er die Entscheidungsträger in den USA manipulieren kann und dass die Unterstützung Washingtons bedingungslos ist, verstand sofort, was das bedeutete. Der Satz war sowohl ein Ausdruck der amerikanischen Unruhe als auch eine Zurechtweisung der Straffreiheit Israels. Er schadete Netanjahus politischem Image und veranlasste seine Regierung, sich zu bemühen, den Schaden zu begrenzen.

Netanjahu weiß, wie man mit einem narzisstischen Präsidenten umgeht. Er hat längst verstanden, dass Schmeichelei, theatralische Dankbarkeit und ständige Bestätigung der Schlüssel sind, um Trump auf Linie mit den israelischen Interessen zu halten. Aber dieses Mal reicht Schmeichelei möglicherweise nicht aus. Für Israel ist die Aussage, dass die Vereinigten Staaten „alle Parteien fair behandeln“ werden, nicht nur enttäuschend, sondern auch ein Bruch mit dem Mythos der Ausnahmestellung, der jahrzehntelang die militärische Politik ohne Einschränkungen untermauert hat.

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