
Von Elijah J. Magnier
Der israelische Generalstabschef Yael Zamir hat Verteidigungsminister Yisrael Katz endlich den lang erwarteten Plan zur Besetzung des Gazastreifens vorgelegt – einen Entwurf, der sowohl die militärische Existenz der Hamas im Gazastreifen beenden als auch eine andere Autorität für die Herrschaft über den Gazastreifen finden soll. Der Zeitpunkt ist entscheidend. Da die Knesset vom 4. August bis zum 27. Oktober 2025 vertagt ist, genießt Premierminister Benjamin Netanjahu eine seltene Atempause: Seine rechtsextremen Koalitionspartner, die normalerweise seine Existenz bedrohen, sind während der Parlamentspause praktisch handlungsunfähig. Diese politische Verschnaufpause fällt mit einer diplomatischen Öffnung zusammen. Die Hamas hat einen von den USA ausgehandelten Vorschlag, der von Gesandtem Steve Witkoff vorgebracht und von Ägypten und Katar vermittelt wurde, für eine 60-tägige Einstellung der Feindseligkeiten offiziell angenommen.
Das Abkommen verspricht umfangreiche humanitäre Hilfe und vor allem die Beendigung der von Menschen verursachten Hungersnot im Gazastreifen. Im Kern geht es um einen pragmatischen Austausch: Zehn der zwanzig noch in Gefangenschaft befindlichen israelischen Soldaten könnten in der ersten Phase freigelassen werden. Für Netanjahu ist dies die klarste Chance seit Monaten, die innenpolitischen Unruhen zu verringern und die internationale Empörung über Israels Vorgehen zu mildern, dem Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und die absichtliche Aushungerung der Zivilbevölkerung vorgeworfen werden.
Die zentrale Frage bleibt jedoch: Wird Netanjahu diese seltene Chance nutzen oder wird er sie sabotieren – indem er Zeit schindet, bis seine Koalition wieder mehr Einfluss hat, und Israel dann zurück in den Krieg zieht? Ist dieser Waffenstillstand ein echter Schritt zur Beendigung eines der blutigsten Kapitel in der Geschichte Gazas oder nur eine taktische Pause, eine Atempause, bevor der Kreislauf der Zerstörung wieder von vorne beginnt?
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