Von Elijah J. Magnier
Übersetzt von CHH.
Der Sturz von Baschar al-Assad und der rasche Aufstieg von Ahmad al-Sharaa, auch bekannt als Abu Muhammad al-Joulani, zum neuen De-facto-Führer Syriens markiert eine seismische Verschiebung in der geopolitischen Landschaft des Nahen Ostens. Die entscheidende Rolle der Türkei bei der Orchestrierung und Nutzung dieses Machtwechsels hat ihren Status als dominierende regionale Macht gefestigt. Der designierte US-Präsident Donald Trump hat kürzlich Ankaras strategischen Triumph anerkannt, wenn auch mit Kritik, und erklärt, dass „die Türkei mit der Übernahme Syriens einen unfreundlichen Schritt getan hat“. Seine Äußerungen heben unbeabsichtigt den kalkulierten und sorgfältig ausgeführten Putsch der Türkei hervor, der dort erfolgreich war, wo andere gescheitert waren.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan plant Berichten zufolge einen Besuch in Damaskus und erfüllt damit ein Versprechen, das er vor über einem Jahrzehnt im Jahr 2011 gegeben hatte. Auf dem Höhepunkt des Syrien-Konflikts gelobte Erdogan, in der Umayyaden-Moschee zu beten, was seine Vision eines Syriens nach Assad symbolisierte, das mit den strategischen Interessen der Türkei in Einklang steht. Dieser Besuch, der in den kommenden Wochen erwartet wird, stellt eine bedeutende politische und symbolische Geste dar und unterstreicht den wachsenden Einfluss Ankaras in Syrien nach dem Sturz von Baschar al-Assad.
Dieser Schritt würde nicht nur Erdogans Rolle bei der Gestaltung der Zukunft Syriens bekräftigen, sondern auch als starke Botschaft an die Region über den Aufstieg der Türkei zu einem dominierenden Akteur im Nahen Osten nach dem Konflikt dienen. Der Besuch der Umayyaden-Moschee – ein verehrtes religiöses und kulturelles Wahrzeichen – würde die Führungsrolle der Türkei bei der Leitung des Wiederaufbaus und der Regierungsführung Syriens unter der neuen Führung von Ahmad al-Sharaa weiter festigen.
Der Erfolg der Türkei steht in krassem Gegensatz zu den gemeinsamen Bemühungen zahlreicher Länder, die während des langwierigen Konflikts in Syrien Hunderte Milliarden Dollar und 13 Jahre lang für den Sturz von Assad aufgewendet haben. Zur Koordinierung der Anti-Assad-Kampagne wurden zwei Hauptoperationsräume eingerichtet – einer in Jordanien und der andere in der Türkei. Diese Initiativen erleichterten den Zustrom von Zehntausenden ausländischen Dschihadisten aus dem Nahen Osten, Asien und arabischen Ländern nach Syrien. Trotz dieser massiven Mobilisierung von Ressourcen und Arbeitskräften konnte die internationale Koalition ihre Ziele nicht erreichen und hinterließ stattdessen eine erschütternde Zahl an Menschenopfern und einen tief gespaltenen syrischen Staat.
Der Konflikt hat das soziale Gefüge und die Infrastruktur Syriens verwüstet und Auswirkungen bis in die Nachbarländer hinein verursacht. Die Kosten für den Wiederaufbau werden nun auf 500 bis 900 Milliarden US-Dollar geschätzt, eine gewaltige Summe, die das Ausmaß der Zerstörung unterstreicht. Da jedoch kaum Aussicht besteht, die erforderlichen internationalen Finanzmittel zu erhalten, sieht Syrien einer düsteren Zukunft entgegen, die von wirtschaftlicher Stagnation geprägt ist und sich nur schwer erholen wird. Das Fehlen engagierter Geldgeber, die bereit sind, in den Wiederaufbau der Levante zu investieren, verschärft die Herausforderungen der Region weiter und lässt Syrien in einem Kreislauf aus Instabilität und Not gefangen.
Subscribe to get access
Read more of this content when you subscribe today.
Make a one-time donation
Make a monthly donation
Make a yearly donation
Choose an amount
Or enter a custom amount
Your contribution is appreciated.
Your contribution is appreciated.
Your contribution is appreciated.
DonateDonate monthlyDonate yearly
