
Von Elijah J. Magnier:
Übersetzt von CHH.
Die rasanten militärischen Entwicklungen in Syrien haben zum Sturz von Präsident Baschar al-Assad und seiner Abreise aus Damaskus geführt, ohne dass die syrische Armee Widerstand geleistet hätte. Dieser Übergang folgte auf hochrangige Gespräche zwischen den wichtigsten Akteuren, darunter die Türkei, Russland und der Iran. Doch die Überraschungen in der Levante sind noch lange nicht vorbei; sie haben mit diesem Führungswechsel und dem Versuch, einen neuen Staat nach völlig anderen Maßstäben zu errichten, gerade erst begonnen.
Einer der Hauptgründe für den schnellen Sturz des Assad-Regimes liegt in der Strategie, die die angreifenden Truppen in den von ihnen eroberten Städten und Dörfern verfolgten, insbesondere in der ländlichen Idlib, in Aleppo und seinen ländlichen Gebieten (abgesehen von vereinzelten extremistischen Handlungen) sowie in Hama, Homs, Damaskus und im Süden Syriens. Die Angreifer distanzierten sich bewusst von den brutalen Taktiken, die seit 2011 die Welt gegen die Kräfte vereint hatten, die gegen die syrische Armee kämpften. Diese Änderung der Vorgehensweise ermöglichte es dem Regime, wie ein Schneeball, der einen Abhang hinunterrollt, zusammenzubrechen, und zwar mit wenig Widerstand, da sich eine Stadt nach der anderen ergab. Diese organisierte Kapitulation erfolgte ohne nennenswertes Blutvergießen nach langwierigen Verhandlungen unter der Leitung der Hauptvermittler: Türkei, Iran und Russland.
Russland und der Iran haben einen standhaften Verbündeten und eine starke Position in der Levante verloren, sodass die Türkei als dominierende Macht hervorgeht. Istanbul unterstützte die angreifenden Streitkräfte militärisch, koordinierte ihre Operationen und leitete ihre Einsätze akribisch über einen gemeinsamen Operationsraum. Unter türkischer Führung erreichten diese Streitkräfte alle ihre Ziele in Gebieten, die zuvor von der syrischen Armee gehalten wurden. Sie dehnten ihren Erfolg jedoch nicht auf Regionen aus, die von den von den USA unterstützten kurdischen Streitkräften im Nordosten kontrolliert werden, wo die Autorität auf Deir Ezzor und Raqqa ausgedehnt wurde.
Syrien ist nach wie vor tief gespalten: Der Nordosten steht unter kurdischer Kontrolle, Israel weitet seine Besetzung weiterer syrischer Gebiete im Süden aus und es bilden sich keine einheitlichen Fraktionen, die eine kohärente Regierungsbehörde bilden könnten. Stattdessen wurde Mohammed Ghazi al-Jallali, Assads Premierminister, zum Vertreter der Interimsregierung ernannt, die nun das Land verwaltet. Welche Ereignisse haben Syrien an diesen Punkt gebracht und wie sieht die Zukunft des Landes aus?
Assads Premierminister:
Als Leiter der Übergangsregierung wird Premierminister al-Jallali wahrscheinlich in erster Linie für die Verwaltung der täglichen Staatsgeschäfte zuständig sein, während er gleichzeitig einen längerfristigen Übergang vorbereitet.
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