Von Elijah J. Magnier
Ein Großteil der internationalen Gemeinschaft ist sich einig, dass der Krieg gegen den Iran rechtswidrig ist und in erster Linie von Israel und dessen Agenda vorangetrieben wird. Dennoch fordern dieselben internationalen Akteure den Iran auf, Zurückhaltung zu üben und die Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Golfstaaten einzustellen – Handlungen, die als illegal und inakzeptabel bezeichnet werden. Für den Iran offenbart diese selektive Anwendung des Rechts einen tiefen Widerspruch. Aus Teherans Sicht scheint das Völkerrecht nur für seine eigenen Handlungen zu gelten, während es ignoriert wird, wenn es um die Handlungen anderer und den Kern des andauernden Krieges geht.
Der Iran verweist auf die weitreichenden Angriffe, denen er ausgesetzt war: Seine Energieinfrastruktur, zivile Einrichtungen, Polizeikasernen, Zollzentren, Krankenhäuser, Schulen, Wohnkomplexe und Einzelpersonen wurden alle getroffen. Sein Handelshafen am Kaspischen Meer wurde ebenso angegriffen wie andere militärische und strategische Ziele. UN-Generalsekretär Antonio Guterres sagte, es gebe „begründeten Anlass“ zu der Annahme, dass beide Seiten durch Angriffe auf die Energieinfrastruktur Kriegsverbrechen begangen haben könnten. Er forderte den Iran nachdrücklich auf, die Angriffe auf Nachbarn (die Golfstaaten) einzustellen, die „nie Konfliktparteien waren“, und rief ein Ende aller Angriffe auf Energieanlagen herbei. Er hat nicht nur die Handlungen des Iran als Kriegsverbrechen herausgestellt oder zu der anderen Seite geschwiegen.
Diese Asymmetrie bestärkt den Iran in seiner Überzeugung, dass er nach anderen Maßstäben beurteilt wird, insbesondere wenn die angreifenden Kräfte, die aus den Golfstaaten und arabischen Ländern stammen, den Reichtum des Staates zerstören und nicht die Elemente, die das derzeitige Herrschaftssystem stützen.
Dies wirft die zentrale Frage auf: Warum sollte der Iran sich dafür entscheiden, Golfstaaten anzugreifen, anstatt seine Reaktion auf Israel und US-Militärstützpunkte zu beschränken?
Die Antwort liegt in einer Kombination aus historischer Rivalität, geopolitischen Kalkülen und dem, was der Iran aus seiner Sicht als indirekte und direkte Beteiligung der Golfstaaten an dem Krieg ansieht.
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