
Geschrieben von – Elijah J. Magnier:
Übersetzt von CHH.
Die Militärkampagne des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu im Gazastreifen wurde mit dem erklärten Ziel gestartet, die Hamas zu zerschlagen und die Freilassung von Gefangenen und Militärangehörigen zu erreichen. Als sich der Konflikt jedoch vier Monate lang hinzog, wurde ein weiteres strategisches Ziel deutlich: die Konsolidierung der israelischen Solidarität. Diese ehrgeizigen Ziele bleiben jedoch unter den derzeitigen geopolitischen und militärischen Rahmenbedingungen unerreichbar. In der Folge deutete Netanjahu subtil seine Bereitschaft an, einen Waffenstillstand zu initiieren. Die Einstellung der Feindseligkeiten und der Rückzug des Militärs aus dem Gazastreifen wären jedoch an strenge Bedingungen geknüpft und würden von der Erfüllung der ursprünglich erklärten Ziele abhängen, nämlich die Hamas zu besiegen und seine Armee im Gazastreifen zu behalten.
Gleichzeitig erklärte Israel einen taktischen Sieg über die Hamas im Norden des Gazastreifens (wo die Hamas bereits Polizei und Staatsbedienstete stationiert hat) und im Gebiet von Khan Yunis (Süden), wodurch der Konflikt angeblich auf den wichtigen Grenzabschnitt Rafah zu Ägypten beschränkt wurde. Dieses strategisch wichtige Gebiet, in dem anderthalb Vertriebene aus dem Gazastreifen leben und das als lebenswichtiger Kanal für humanitäre Lieferungen dient, ist auch für die nationale Sicherheit Ägyptens von entscheidender Bedeutung. Als Reaktion darauf haben die ägyptischen Behörden von Kairo aus jegliche israelische Militärmanöver in dieser sensiblen Zone als endgültige Verletzung ihrer roten Linien bezeichnet.
Diese Entwicklungen vollziehen sich, während Netanjahu seine Erfolge als fiktive Triumphe und nicht als greifbare Siege preist. In der Zwischenzeit prüft die Hamas den vorgeschlagenen Waffenstillstandsentwurf, wenn auch mit gedämpften Erwartungen, da sie sich bewusst ist, dass der Weg zu einem umfassenden und dauerhaften Abkommen kompliziert und beschwerlich ist.
Das israelische Militär behauptete, der Hamas einen hohen Tribut zugefügt zu haben, indem es 10.000 ihrer Mitglieder ausschaltete und 2.500 Kämpfer festnahm. Nach den Operationen in Khan Yunis bezeichnete es dies als einen entscheidenden Sieg. Diese von den israelischen Streitkräften und der Regierung Netanjahu verbreitete Darstellung wird als bedeutender Erfolg dargestellt, der die israelische Bevölkerung, insbesondere in den Siedlungen, in ihrer Sicherheit bestärken und die Bedrohung durch künftige Anschläge verringern soll.
Die Situation vor Ort sieht jedoch anders aus. Der Rückzug der israelischen Streitkräfte aus den nördlichen Sektoren ging einher mit der Anerkennung des Wiedererstarkens der Hamas durch die Regierung Netanjahu in eben diesen Gebieten, die zuvor als frei von militärischen Aktivitäten galten. Die administrative Kontrolle und die Wiederaufnahme von Raketenangriffen aus dem Norden, die auf Siedlungen abzielen und sogar Tel Aviv erreichen, stehen in krassem Widerspruch zu den offiziellen Behauptungen der israelischen Regierung und Militärführung und stellen das Narrativ eines gelähmten Widerstands grundlegend in Frage.
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