
Von Elijah J. Magnier –
Der Krieg im Iran hat eine der tiefsten Spaltungen in den transatlantischen Beziehungen seit Jahrzehnten offengelegt. Was als gemeinsame Militäraktion unter der Führung von Donald Trump und Benjamin Netanjahu begann, hat sich rasch zu einer geopolitischen Pattsituation zwischen den Vereinigten Staaten und ihren europäischen Verbündeten entwickelt. Im Zentrum dieser Kluft steht eine einfache, aber folgenschwere Tatsache: Europa hat sich weitgehend geweigert, an dem Krieg teilzunehmen.
Bei dieser Weigerung geht es nicht nur um militärisches Zögern. Sie spiegelt tiefere Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich Rechtmäßigkeit, Strategie, wirtschaftlichem Risiko und der Zukunft globaler Bündnisse wider. Als die Spannungen eskalierten, ging Trump noch weiter und drohte offen damit, die Vereinigten Staaten aus der NATO zurückzuziehen, was Fragen über die Zukunft der westlichen Sicherheitsordnung aufwirft. Er drückt seine „Abneigung“ gegenüber der NATO aus und erwägt „auf jeden Fall“, die USA aus dem Bündnis zurückzuziehen.
Ein Krieg mit arabischem Konsens, aber ohne europäische Unterstützung
Donald Trump hat den Krieg offen als umfassende regionale Operation dargestellt und deutlich gemacht, dass die Vereinigten Staaten ihr gesamtes Netzwerk an Militärstützpunkten im Nahen Osten nutzen, um Angriffe auf den Iran aufrechtzuerhalten. Mit Ressourcen, die über den Golf und darüber hinaus verteilt sind, handelt es sich hierbei nicht um eine begrenzte Kampagne, sondern um einen koordinierten Einsatz der seit langem etablierten US-Militärinfrastruktur in der Region, der kontinuierliche und weitreichende Angriffe auf iranische Ziele ermöglicht.
Gleichzeitig hat Benjamin Netanjahu – gegen den vom Internationalen Strafgerichtshof ein Haftbefehl wegen Kriegsverbrechen erlassen wurde – behauptet, dass Israel mit stillschweigender politischer Unterstützung in der Region agiere. Er hat auf anhaltende Kontakte und eine Annäherung an arabische Staatschefs hingewiesen, nicht nur im Hinblick auf die Konfrontation mit dem Iran, sondern auch hinsichtlich des Ausbaus der Beziehungen zu Israel selbst.
Auffällig ist das Fehlen direkter öffentlicher Gegenreaktionen. Keine einzige bedeutende Regierung im Nahen Osten hat diese Behauptungen klar und ausdrücklich zurückgewiesen. In einer Region, in der offizielle Erklärungen oft sorgfältig abgewogen werden, ist dieses Schweigen von Bedeutung. Es deutet auf einen Raum voller Zweideutigkeit hin: teils Vorsicht, teils strategische Kalkulation und möglicherweise, in einigen Fällen, stille Übereinstimmung.
Dieses Schweigen bestätigt nicht automatisch Zustimmung oder Ablehnung. Es spiegelt möglicherweise die schwierige Lage wider, in der sich viele Regierungen befinden, wenn sie zwischen der innenpolitischen Meinung, regionalen Spannungen und ihren Beziehungen sowohl zu Washington als auch zu Israel abwägen. Aber es unterstreicht einen entscheidenden Punkt. Der Krieg spielt sich nicht in einem Vakuum ab. Er findet in einem regionalen Umfeld statt, in dem Widerstand gedämpft wird, Reaktionen zurückhaltend sind und klare Grenzen bewusst vermieden werden.
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