Netanjahu im Krieg mit Israel: Eine Nation im moralischen freien Fall – Von Geiseln über die Armee bis zum Shabak

Von Elijah J. Magnier – 

Während die Tötung von Palästinensern in Gaza täglich ungestraft weitergeht und der Gazastreifen seit fast zwei Monaten unter humanitärer Belagerung steht, sieht sich Israel mit einer beispiellosen inneren Abrechnung konfrontiert. Zum ersten Mal in seiner Geschichte ist das Vertrauen der Öffentlichkeit sowohl in die Regierung als auch in das Militär – einst Säulen des Nationalstolzes und der Einheit – grundlegend erschüttert. Die Vertrauenskrise, die sich inmitten des anhaltenden Krieges in Gaza abzeichnet, ist tiefer und volatiler als jede andere in der 75-jährigen Geschichte Israels. Was einst undenkbar war, ist nun Realität geworden: Große Teile der israelischen Öffentlichkeit glauben mittlerweile, dass sowohl die Regierung als auch das Militär Informationen manipulieren und ihr politisches Überleben über die Wahrheit, das nationale Interesse und sogar das Leben der in Gaza als Geiseln gehaltenen israelischen Bürger stellen.

Netanjahus politisches Dilemma Im Zentrum dieser Spaltung steht Premierminister Benjamin Netanjahu, der sich in einer ausweglosen Situation befindet. Wenn er den Krieg in Gaza eskaliert, könnten die politischen Folgen und die steigenden Verluste der israelischen Armee eine massive öffentliche Gegenreaktion und internationale Verurteilung – mit Ausnahme der USA – auslösen, die seine Regierung wahrscheinlich gefährden würden. Andererseits würde die Zustimmung zu einem Waffenstillstand im Austausch für die Rückkehr der Geiseln als Zugeständnis und Niederlage angesehen werden, was zu einem politischen Zusammenbruch seiner fragilen Koalition führen würde. Beide Wege gefährden seine Machtposition.
Diese politische Pattsituation hat Netanjahu gelähmt, sodass er nicht bereit ist, entschlossen in eine Richtung zu gehen, sondern seine Kriege an mehreren Fronten fortsetzt. Er hat sich für einen gefährlichen Mittelweg entschieden: Er lehnt sinnvolle Verhandlungen ab und befiehlt der israelischen Armee, langsam und vorsichtig in Gaza vorzugehen und dabei wahllose Luftangriffe durchzuführen. Diese Strategie scheint darauf ausgerichtet zu sein, die Verluste der israelischen Armee zu minimieren und die Unterstützung der Militärfamilien im Inland aufrechtzuerhalten, während der Konflikt verlängert wird, um eine politische Abrechnung und Rechenschaftspflicht zu vermeiden.

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