
Von Elijah J. Magnier –
Während die amerikanischen und iranischen Unterhändler in Oman ihre Atomgespräche abschließen, zeichnet sich in der strategischen Landschaft der Region ein auffälliger Widerspruch ab: Washington gibt sich weiterhin als Hüter von roten Linien, die es nicht mehr aufrechterhalten kann. Während die USA darauf bestehen, dass sie niemals zulassen werden, dass der Iran Atomwaffen entwickelt oder Ansar Allah die Schifffahrtswege im Roten Meer stört, sieht die Realität anders aus. Washington gestaltet keine Ergebnisse – es bemüht sich, die von anderen bereits auferlegten zu verwalten.
Seit mehr als zwei Jahrzehnten erklären die USA, dass sie Iran „niemals erlauben“ werden, Atomwaffen zu erwerben. Iran hat jedoch wiederholt betont, dass die Bewaffnung nicht Teil seiner strategischen Doktrin ist. Das Land ist weiterhin Unterzeichner des Atomwaffensperrvertrags (NPT), und amerikanische Geheimdienste haben durchweg keine schlüssigen Beweise für ein Waffenprogramm gefunden. Die wahrgenommene Bedrohung dient vor allem als bequemes politisches Instrument – im Inland und in den Beziehungen zu Israel.
Nach den Gesprächen in Oman ist nicht der Iran isoliert, sondern Washington. Die anfängliche „Maximaldruck“-Kampagne der Trump-Regierung ist gescheitert und hat stattdessen die strategischen und wirtschaftlichen Beziehungen des Iran zu China, Russland und regionalen Akteuren gestärkt. Nun, in seiner zweiten Amtszeit, sieht sich Präsident Trump mit einer ganz anderen geopolitischen Lage konfrontiert: Das iranische Programm ist vorangekommen, aber seine Zurückhaltung hat – bislang – gehalten.
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