
Von Elijah J. Magnier
Vor zwei Jahren erlebte Israel den vielleicht erschütterndsten Tag seiner modernen Geschichte. Die Ereignisse vom 7. Oktober 2023 waren nicht nur ein militärischer Misserfolg oder ein Versagen der Geheimdienste – sie waren eine nationale Demütigung. Polizeistationen wurden gestürmt und überrannt. Militärposten wurden eingenommen. Soldaten und Offiziere, darunter auch Angehörige von Eliteeinheiten, wurden getötet oder gefangen genommen. Die Gaza-Division der israelischen Armee, ein Symbol für Israels langjährige Vorherrschaft über den Gazastreifen, versank im Chaos.
Israel berief sich auf die Hannibal-Doktrin – eine Politik, die es den Streitkräften erlaubt, die Gefangennahme von Soldaten selbst unter Einsatz ihres Lebens zu verhindern, indem sie sowohl auf die Hamas als auch auf die entführten Israelis das Feuer eröffnen. An diesem Tag war es keine Theorie mehr – es war Realität. In der Panik richtete sich das israelische Feuer gegen die eigene Bevölkerung, und die dünne Grenze zwischen dem Schutz der Gesellschaft und der Opferung von Zivilisten für strategische Zwecke verschwand.
Aber der 7. Oktober war nur der Auftakt. Was folgte, war ein Krieg, wie ihn Israel seit fünfzig Jahren nicht mehr geführt hatte – brutal, unerbittlich und verheerend in seinem Ausmaß und seinen Zielen. Gaza wurde nicht nur angegriffen, es wurde systematisch zerstört. Was als Vergeltungsmaßnahme begann, wurde zu etwas ganz anderem: einer Auslöschung.
Die Illusion militärischer Überlegenheit
Zwei Jahre nach Kriegsbeginn ist eine Tatsache unbestreitbar: Israel, unterstützt von einigen der mächtigsten Militärbündnisse der Welt, hat es nicht geschafft, ein Gebiet zu erobern, das kleiner ist als die Hälfte von New York City. 365 Quadratkilometer – das ist alles, was Gaza ausmacht. Doch trotz überwältigender Streitmacht, technologischem Vorsprung und politischer Rückendeckung ist es der israelischen Armee nicht gelungen, es vollständig zu besetzen.
Dieses Scheitern ist angesichts des Ausmaßes der Zerstörung besonders eklatant. Über 200.000 Tonnen Sprengstoff wurden auf Gaza abgeworfen – das entspricht 20 Atombomben ohne Strahlung. Das ist keine Metapher. Das ist das Maß dafür, wie weit Israel zu gehen bereit war und noch immer bereit ist: ganze Städte dem Erdboden gleichzumachen, Krankenhäuser, Schulen, Moscheen, Wohnhochhäuser, Universitäten und sogar Friedhöfe in Schutt und Asche zu legen. Gaza hat seit dem Zweiten Weltkrieg mehr konzentrierte Bombardierungen erlitten als jedes andere Gebiet.
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