
Von Elijah J. Magnier
Wenn die Vereinigten Staaten einen direkten und langwierigen Krieg gegen den Iran beginnen, wird die Hisbollah vor einem Dilemma stehen, das weit über militärische Überlegungen hinausgeht. Die Entscheidung der Bewegung – ob sie militärisch intervenieren oder Zurückhaltung üben soll – wird nicht nur den Verlauf des regionalen Konflikts prägen, sondern auch die interne politische Ordnung des Libanon und die langfristige Sicherheit seiner schiitischen Bevölkerung. Es gibt keine neutrale Option und kein Ergebnis, das das bestehende Gleichgewicht bewahrt. Dieses Dilemma ist nicht hypothetisch, sondern strukturell bedingt durch das Zusammenspiel von regionalen Kriegsplanungen und dem ungelösten internen Machtgleichgewicht im Libanon.
Denn die Rolle der Hisbollah im Libanon war nie rein militärischer Natur. Seit dem Ende des Bürgerkriegs fungiert sie gleichzeitig als Abschreckungsmacht gegenüber Israel, als politischer Akteur innerhalb der staatlichen Institutionen und als sozialer Beschützer einer Gemeinschaft, die historisch gesehen Marginalisierung, kollektiver Bestrafung und wiederkehrender Gewalt ausgesetzt war. Ein regionaler Krieg, der direkt gegen den Iran gerichtet ist, würde alle drei Rollen gleichzeitig unter extremen Druck setzen.
Im Falle eines zerstörerischen Krieges gegen den Iran würden die libanesischen Behörden wahrscheinlich die Gelegenheit nutzen, um die Hisbollah politisch und militärisch zu konfrontieren und unter dem Banner der staatlichen Souveränität und unter starkem externen Druck die Forderung nach ihrer vollständigen Entwaffnung wieder aufleben zu lassen. Ein solcher Schritt wäre weder verfahrenstechnisch noch konsensorientiert. Er wäre konfrontativ, abrupt und destabilisierend und würde interne Konflikte riskieren, die schnell über politische Auseinandersetzungen hinaus eskalieren könnten.
Unter diesen Umständen kann die Möglichkeit einer Fragmentierung der Sicherheit nicht ausgeschlossen werden. Die libanesischen Streit- und Sicherheitskräfte, die bereits durch den wirtschaftlichen Zusammenbruch und die politische Lähmung stark belastet sind, könnten unter sektiererischem und externem Druck zerbrechen, was an frühere Zeiten erinnert, als nationale Institutionen in zivile Konfrontationen zerfielen. Anstatt die Souveränität wiederherzustellen, würde ein aggressiver Entwaffnungsschub inmitten eines regionalen Krieges das Risiko bergen, den institutionellen Zusammenbruch des Libanon zu beschleunigen und die Dynamik innerer Konflikte wieder zu entfachen, die die Nachkriegsordnung eigentlich eindämmen sollte.
Was folgt, ist der erste und sichtbarste Zweig dieses Dilemmas: Intervention und das Ausmaß der Eskalation, die sie mit ziemlicher Sicherheit auslösen würde.
Intervention und die Kosten der Eskalation
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