Ziele, strategische Unklarheit und Wandel: Der sich wandelnde Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran

Von Elijah J. Magnier 

Der Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran hat sich mit einem bemerkenswerten Maß an Unklarheit, wechselnden Zielen und konkurrierenden Narrativen entwickelt. Was als Kampagne mit dem Ziel eines Regimewechsels begann, hat sich allmählich in etwas weitaus Komplexeres verwandelt, das jedoch mit deutlich geringeren Anforderungen einhergeht. Jeder Akteur scheint nun ein anderes Endziel zu verfolgen, was nicht nur strategische Divergenzen offenbart, sondern auch die Grenzen militärischen Drucks bei der Neugestaltung einer regionalen Macht wie dem Iran.

Zu Beginn setzte US-Präsident Donald Trump ein klares und ehrgeiziges Ziel: einen Regimewechsel im Iran. Seine Rhetorik war direkt und konfrontativ. Er rief die Iraner offen dazu auf, auf die Straße zu gehen und sich gegen ihre Regierung zu erheben, und schloss sich damit einer seit langem in Washington vertretenen Überzeugung an, dass interne Unruhen genutzt werden könnten, um die Islamische Republik zu schwächen oder zu stürzen. Israel unterstützte diesen Ansatz und ermutigte ebenfalls den Widerstand der Bevölkerung im Iran. 

Doch diese Strategie zeigte schnell ihre Schwächen. Trotz externer Aufrufe zur Rebellion kam es im Iran zu keinem groß angelegten Aufstand. Die Bevölkerung mobilisierte sich nicht in der Weise, wie es sich die politischen Entscheidungsträger in den USA und Israel erhofft und erwartet hatten. Das Ausbleiben eines inneren Zusammenbruchs zwang zu einer Änderung des Tons und der Ziele. Trump wechselte von der Ermutigung zur Revolte hin zu dem Vorschlag, dass die Vereinigten Staaten eine Rolle bei der Gestaltung der politischen Zukunft des Iran spielen sollten, und sprach sogar davon, sich an der Auswahl einer neuen Führung zu beteiligen. Dies markierte einen Übergang von indirektem Druck zu einer interventionistischeren Haltung, zumindest rhetorisch, jedoch ohne Erfolg.

Nun beschränken sich die Ziele auf die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus und die Drohung der USA, Irans Kraftwerke zu zerstören. Der Plan des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu, das Regime zu stürzen, wurde inzwischen durch das Ziel ersetzt, „einen widerstandsfähigen Iran zu schwächen und den Schaden zu vertiefen“. Die Zerstörung von Irans Raketen- und Atomprogramm scheint nach fast vier Wochen zerstörerischer Kämpfe unerreichbar. Nun sprechen die USA von Verhandlungen mit eben jenem herrschenden System, das sie zu beseitigen schworen, und Israel schlägt vor, härtere Forderungen auf den Tisch zu legen, bevor eine Einigung mit eben diesem iranischen herrschenden System erzielt wird.

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