« Die Taliban sind eine unabänderliche Tatsache, und wir werden uns mit ihnen befassen müssen “… Aber was ist mit Al-Qaida?

Von – Elijah J. Magnier:

Übersetzung CHH

“Die Taliban haben den Krieg gewonnen, und wir werden mit ihnen reden müssen”, sagte Joseph Borrell, der EU-Koordinator für auswärtige Angelegenheiten, und leitete damit die erste vorsichtige, aber positive Haltung Europas gegenüber der Taliban-Bewegung ein. Die Taliban sind jetzt der Herrscher in Afghanistan und bilden die neue Regierung, nachdem sie fast 33 der 34 afghanischen Provinzen kontrollieren. Die offizielle Anerkennung durch die EU steht im Einklang mit dem Sprecher der Taliban, Zabihullah Mudschahid, der kürzlich nach zwanzig Jahren im Untergrund auf einer Pressekonferenz erschien.  Zabihullah versicherte in seinen in mehrere Richtungen gehenden Botschaften, dass “Afghanistan keine Bedrohung für irgendein Land darstellen wird.” Mit dieser positiven Botschaft zeigt die Taliban-Bewegung, dass sich die alten Taliban – die einen internationalen islamischen Staat errichten wollten – geändert haben und nun ein “islamisches Emirat” nach dem Vorbild anderer islamischer Länder (Saudi-Arabien, Iran u.a.) errichten wollen, ohne sich dabei zwangsweise den Forderungen und Rahmenbedingungen des Westens zu unterwerfen.

In einem Versuch, sich selbst zu trösten, rechtfertigen die NATO und ihre 30 Staaten, dass der Zweck der Invasion in Afghanistan – mit unbegrenzten Mitteln – darin bestand, zwei Ziele zu erreichen: die für den Anschlag vom 11. September 2001 verantwortliche Al-Qaida zu besiegen und ein modernes Afghanistan aufzubauen. Die westlichen Länder erklären, dass das erste Ziel erreicht wurde, während das zweite Ziel gescheitert sei.

Diese Aussage ist jedoch alles andere als zutreffend. Es stimmt, dass Zabihullah Mujahid auf seiner ersten öffentlichen Pressekonferenz bekräftigte, dass die Taliban “keiner Gruppe erlauben werden, andere regionale oder internationale Länder anzugreifen”. Er erwähnte jedoch nicht, dass Al-Qaida in den letzten zwanzig Jahren Seite an Seite mit den Taliban gegen die NATO-Truppen gekämpft hat. Darüber hinaus haben die Taliban in den letzten Monaten Tausende von Al-Qaida-Häftlingen aus afghanischen Gefängnissen entlassen, zuletzt aus dem Pul-e-Charki-Gefängnis in Bagram, einem Stützpunkt am Rande der Hauptstadt Kabul.

Dies zeigt, dass es der NATO in zwanzig Jahren Krieg nicht gelungen ist, die an der Seite der Taliban kämpfende al-Qaida auszuschalten. Die Bedeutung der NATO-Präsenz in Afghanistan beschränkte sich jedoch nicht auf die Eindämmung von al-Qaida.  Afghanistan bot eine äußerst wichtige geopolitische Position, da es an Russland, Iran und China (und selbstverständlich an Pakistan) grenzt.

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