Blinde Flecken und Demütigung: Wie die Hamas den globalen und israelischen Geheimdiensten eine Blamage bescherte.

Von Elijah J. Magnier

Die israelische Armee hat im Rahmen ihrer zweiten Bodenoffensive, der Operation Gideon’s Chariots 2, ihre Streitkräfte und Überwachungsmittel auf Gaza-Stadt konzentriert, mit dem erklärten Ziel, die Stadt zu besetzen und die verbleibende militärische Infrastruktur der Hamas zu zerstören, sowie dem nicht erklärten Ziel, die Stadt zu zerstören und eine Million Einwohner in das von Israel kontrollierte Rafah zu vertreiben, wo ein Konzentrationslager auf sie wartet. Seit Wochen betonen israelische Beamte, dass das städtische Kampfgebiet durch ein undurchdringliches Netz aus Drohnen, Aufklärungsflugzeugen, Satelliten und Bodensensoren abgeriegelt sei. Sie beschreiben Gaza-Stadt als einen Ort, der unter ständiger Beobachtung steht und an dem „sich nicht einmal eine Maus bewegen kann, ohne gesehen zu werden”.

Und doch gelang es der Hamas inmitten dieser überwältigenden Machtdemonstration, eine der kühnsten psychologischen Operationen des Krieges durchzuführen: Sie fuhr eine israelische Geisel am helllichten Tag durch Gaza-Stadt, filmte die Fahrt vor erkennbaren Gebäuden und veröffentlichte das Filmmaterial, damit die ganze Welt es sehen konnte.

Eine Stadt unter 24/7-Überwachung

Das Überwachungsnetz über Gaza ist beispiellos und repräsentiert die gesamte Architektur von ISR (Intelligence, Surveillance, and Reconnaissance, dt. Nachrichtendienst, Überwachung und Aufklärung). In der Theorie soll ISR den Kommandeuren durch die Integration mehrerer Erfassungsströme ein kontinuierliches Echtzeitbild des Schlachtfeldes liefern. Israelische Drohnen kreisen ständig über dem Gebiet und liefern Full-Motion-Videos und permanente Überwachungsmöglichkeiten. US-amerikanische und britische Aufklärungsflugzeuge kreisen vor der Küste und sammeln Signalaufklärung (SIGINT) und Bildaufklärung (IMINT) aus großer Höhe. Satelliten und Cyber-Tools ergänzen dies durch das Abfangen von Kommunikationen, die Geolokalisierung von Übertragungen, die Kartierung elektronischer Signaturen und den Abgleich mit kommerziellen Bilddaten. Am Boden stützt sich die israelische Armee auf Informanten, Spezialeinheiten und die Vernehmung gefangengenommener Bewohner Gazas, um ihre Human Intelligence (HUMINT)-Netzwerke zu verstärken.

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