
Von Elijah J. Magnier –
Als der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Verantwortung für den rechtswidrigen Angriff auf ein souveränes Land, Katar, übernahm, erregte seine Erklärung aus zwei Gründen Aufmerksamkeit. Erstens stand die Schnelligkeit seines Eingeständnisses in starkem Kontrast zu Israels jahrzehntelangem Vertrauen auf Leugnung und Medienlecks, um seine Rolle bei verdeckten Aktionen anzudeuten. Bei Attentaten, Sabotagemissionen oder Cyberoperationen im Ausland war die israelische Vorgehensweise immer dieselbe: Schweigen auf offizieller Ebene, „anonyme Quellen“ für Auslandskorrespondenten und eine sorgfältig gepflegte Aura des Geheimnisvollen. Indem er fast sofort vor die Kameras trat, brach Netanjahu mit einer langen Tradition, die Israel diplomatisch und strategisch gedient hatte.
Zweitens war die Art und Weise, wie er die Operation beschrieb, noch auffälliger. Netanjahu schrieb den Erfolg des Angriffs „der Armee, der Luftwaffe und dem Shabak“ zu. Nicht erwähnt wurde der Mossad, die Behörde, die laut Gesetz und Auftrag für Geheimdienstaktivitäten und verdeckte Operationen im Ausland zuständig ist. In Israels Sicherheitsarchitektur sind die Rollen klar verteilt: Der Mossad ist für externe Operationen zuständig, der Shabak für die innere Sicherheit, der AMAN für den militärischen Geheimdienst und die IDF mit ihrer Luftwaffe für offene Operationen. Die Auslassung des Mossad bei einer Mission, die in Katar stattfand, einem Verbündeten der USA, Standort der größten amerikanischen Luftwaffenbasis im Nahen Osten und wichtiger politischer Vermittler mit der Hamas, wie von Präsident Barack Obama während seiner Amtszeit gefordert, war kein Versprecher. Netanjahu ist bekannt für seine kalkulierten Botschaften. Seine Worte sind so gewählt, dass sie mehrere Zielgruppen ansprechen: Hebräisch für die heimische Öffentlichkeit, Englisch für ausländische Hauptstädte. In diesem Fall gibt es mehrere mögliche Erklärungen für den Ausschluss des Mossad, die jeweils weitreichende Auswirkungen haben. Warum?
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