Von der Knesset nach Sharm el-Sheikh: Wie der US-Präsident Netanjahu einen Ausweg bot

Von Elijah J. Magnier –

Benjamin Netanjahu beharrte bis wenige Stunden vor Donald Trumps Ankunft darauf, dass der Krieg in Gaza nicht beendet werden würde. Dann verkündete Trump vor den Hardlinern im israelischen Parlament, dass der Krieg beendet sei – und brachte eine Delegation von Staats- und Regierungschefs aus aller Welt nach Ägypten, um vor einem globalen Publikum den Waffenstillstand zu formalisieren. Die Botschaft war unmissverständlich: Israels Premierminister konnte den Frieden nicht länger blockieren, ohne sich öffentlich zu blamieren. Vor Ministern, die noch einen Tag zuvor geschworen hatten, den Krieg fortzusetzen, erzwang Trump eine abrupte Kehrtwende – eine, die nur er bewirken konnte. Er kam nicht nur nach Jerusalem, um zu sprechen, sondern um das bereits erzielte Abkommen durchzusetzen und Netanjahu keine andere Wahl zu lassen, als sich zu fügen oder sein Gesicht zu verlieren. Anschließend trug er dieses Spektakel nach Sharm el-Sheikh, wo er Staats- und Regierungschefs aus dem Nahen Osten, Asien und Europa versammelte, um die Beendigung des Krieges zu bezeugen und zu unterzeichnen. Die erste Phase – die Einstellung der Feindseligkeiten und der Austausch von Gefangenen – war der einzige Punkt, auf den sich beide Seiten einigen konnten. Die folgenden Phasen sind jedoch mit Komplikationen gespickt: ein Weg voller Sand, vager Klauseln und undefinierter Zeitpläne, auf dem sich in jedem einzelnen Punkt Tücken verbergen.

Trumps Erklärung, Botschaften und Gipfeltreffen

Trumps Ankunft in Israel war theatralisch. Er betrat die Knesset, sprach vor Abgeordneten und Ministern, lobte Netanjahus Führungsstärke in Kriegszeiten und verkündete dann mit großem Pathos: Der Krieg sei vorbei. Das war eine kühne Kehrtwende gegenüber den Ministern, denen er nur wenige Stunden zuvor gegenübergestanden hatte und die öffentlich ihre Absicht bekräftigt hatten, den Konflikt fortzusetzen. Die Symbolik war wichtiger als die Logik. Mit der Verkündung des Kriegsendes im israelischen Parlament drängte Trump Netanjahu vor seinen Hardliner-Verbündeten und der Welt in die Enge. Wenn der israelische Staatschef es wagte, die Feindseligkeiten wieder aufzunehmen, würde er sich nicht nur gegen seine eigene Koalition, sondern auch gegen einen globalen Konsens stellen. Trump bat auch den anwesenden Präsidenten Isaac Herzog, Netanjahu aufgrund seiner Verfassungsbefugnisse von den gegen ihn laufenden Korruptionsvorwürfen freizusprechen. Diese Geste verband Diplomatie, Innenpolitik und israelische Justiz in einem einzigen, kalkulierten theatralischen Akt.

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