Israels strategische Blindheit in Rafah: Der Zusammenbruch der Geheimdienste und die Widerstandsfähigkeit des Untergrundkriegs der Hamas

Von Elijah J. Magnier –

Seit fast zwei Jahren investieren Israel und seine mächtigsten westlichen Verbündeten beispiellose Ressourcen in eine Kriegskampagne, die, wie sie versprachen, die militärischen Kapazitäten der Hamas im Gazastreifen zerschlagen würde. Das Paradox dieser Kampagne ist in Rafah schmerzlich deutlich geworden: Nach monatelangen Ausgrabungen, kontinuierlicher israelisch-amerikanisch-britischer Luftüberwachung und der Errichtung eines befestigten Außenpostens nur wenige Dutzend Meter vom Ort entfernt gelang es den israelischen Streitkräften nicht, einen wichtigen Tunnel zu lokalisieren. Satellitenaufnahmen zeigten später, dass Israel lange Zeit am falschen Ort aktiv war; die Überreste des israelischen Offiziers Hadar Goldin wurden erst geborgen, als die Hamas beschloss, sie dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz zu ihren eigenen Bedingungen zu übergeben. Eine Woche nach dieser Übergabe tauchten Kämpfer aus dem unterirdischen Netz von Rafah auf und töteten einen israelischen Offizier, was zeigte, dass genau das System, das Israel zu zerstören vorgab, weiterhin funktionsfähig und tödlich war und weniger als 200 Kämpfer beherbergte. Die Kreativität und Anpassungsfähigkeit des Widerstands überwältigte die modernste Technologie und Militärmacht.

Diese Abfolge von Ereignissen ist nicht einfach eine Auflistung operativer Fehler. Sie offenbart einen systemischen Zusammenbruch der Annahmen, die die israelische Strategie bestimmt haben – ein übermäßiges Vertrauen in technische Sensoren, ein Verfall der menschlichen Intelligenz, eine Unterschätzung der Täuschungsmanöver des Feindes und die Politisierung militärischer Zeitpläne. Jedes dieser Versagen verstärkte die anderen und führte zu einem klassischen Fall von Datensättigung ohne Verständnis: Israel sammelte Überwachungsdaten, konnte aber die tatsächliche Struktur unter den Trümmern nicht erkennen.

Technologische Überlegenheit war Israels Verkaufsargument. Drohnen, Synthetic Aperture Radar, bodendurchdringende Vermessungen und eine Reihe von elektronischen Abhörmaßnahmen vermittelten den Eindruck vollständiger Sichtbarkeit. In Rafah führte diese Sichtbarkeit jedoch eher zu Verwirrung als zu Klarheit. Wiederholte Bombardierungen veränderten das Stadtbild; zerstörte Häuserblocks und umherliegende Trümmer löschten frühere Orientierungspunkte aus und begruben alte Tunneleingänge unter neuen Schichten von Trümmern. Sensoren, die sich in vorhersehbaren Umgebungen bewähren, waren durch die sich ständig verändernde Topografie überfordert. Die israelische Annahme – „wenn es einen Tunnel gibt, werden wir ihn entdecken“ – erwies sich als falsch, wenn man sie mit einem unterirdischen System vergleicht, das bewusst so konstruiert wurde, dass es die Ortung erschwert.

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