Ein Deal auf tönernen Füßen: Die verborgenen Widersprüche hinter Syriens plötzlicher Annäherung an Washington

Von Elijah J. Magnier –

Der Empfang des syrischen Präsidenten Ahmed al-Sharaa im Weißen Haus – vom US-Botschafter in der Türkei und Sonderbeauftragten für Syrien, Thomas J. Barrack Jr., als historischer Wendepunkt in der Diplomatie des Nahen Ostens präsentiert – markiert eine der dramatischsten Neuausrichtungen in der modernen Geschichte der Region. Zum ersten Mal seit 1946 wurde ein syrischer Staatschef im Oval Office empfangen. Washington stellte das Treffen als Geburtsstunde einer neuen regionalen Architektur dar: ein „Syrien nach Assad”, das sich dem von den USA geführten D-ISIS-Rahmenwerk anschließt, bei der Bekämpfung verbleibender terroristischer Netzwerke kooperiert, die SDF in nationale Strukturen integriert und sich den strategischen Visionen der USA und der Türkei anschließt.

Der triumphale Ton des Kommuniqués lässt eine zuversichtliche Transformation vermuten. Hinter der feierlichen Sprache verbirgt sich jedoch eine Realität, die weitaus fragiler und widersprüchlicher ist, als Washington zugibt. Die neue syrische Führung sieht sich mit tiefgreifender innerer Instabilität, ungelösten konfessionellen Spannungen und eskalierenden Sicherheitsvorfällen konfrontiert – Faktoren, die jeden ehrgeizigen Plan der USA höchst prekär machen. Der Besuch mag einen diplomatischen Durchbruch symbolisieren, aber die Grundlagen dafür sind alles andere als stabil.

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