Wie die Ukraine und Grönland die transatlantische Ordnung neu definiert haben: Amerika hat keine Verbündeten, sondern nur Zweckpartner

Von Elijah J. Magnier –

Aus historischer Sicht hat der Krieg in der Ukraine Europa tiefgreifender verändert als jede andere Krise seit dem Ende des Kalten Krieges. Was als regionaler Konflikt an der Ostflanke des Kontinents begann, hat sich zu einem strukturellen Schock für das Energiesystem Europas, seine industrielle Basis, seine Währungsstabilität und seine politische Autonomie entwickelt. Hinter dieser Transformation steht eine strategische Logik, die aus Sicht Washingtons bemerkenswert kohärent ist. Die amerikanische Strategie zielte nicht in erster Linie auf die Verteidigung der Ukraine ab. Sie zielte darauf ab, die europäische Ordnung neu zu gestalten.

Die erste Säule dieser Strategie war die Energie. Drei Jahrzehnte lang baute Europa seine industrielle Wettbewerbsfähigkeit auf dem Zugang zu reichlich vorhandenem und kostengünstigem russischem Gas auf. Diese Energie war nicht nur eine Ware. Sie war die Grundlage des deutschen Exportmodells, des Fertigungsökosystems Mitteleuropas und der Chemie-, Stahl-, Düngemittel- und Automobilindustrie, die den Wohlstand Europas sicherten. Indem die Vereinigten Staaten Europa von russischer Energie abschnitten, schwächten sie nicht nur Moskau. Sie trafen direkt den produktiven Kern ihres wichtigsten Wirtschaftspartners und potenziellen Konkurrenten.

Subscribe to get access

Read more of this content when you subscribe today.