
Von Elijah J. Magnier –
Das Scheitern der Gespräche in Islamabad war kein diplomatisches Missverständnis. Es war ein Zusammenprall zweier unvereinbarer strategischer Ordnungsvisionen für den Nahen Osten. Washington war mit dem Ziel angereist, den Druck auf dem Schlachtfeld in politische Unterwerfung umzuwandeln und am Verhandlungstisch eine Hierarchie festzuschreiben, die der Krieg selbst nicht hervorgebracht hatte. Teheran, das das Überleben unter Beschuss als Beweis dafür gewertet hatte, dass Zwang gescheitert war, kam mit der Entschlossenheit an, nicht durch Diplomatie zu legitimieren, was die Vereinigten Staaten und Israel durch Krieg nicht durchsetzen konnten. Deshalb scheiterten die Verhandlungen nach 21 Stunden trotz eines fragilen Waffenstillstands und intensiver pakistanischer Vermittlung. Vizepräsident J.D. Vance sagte, der Iran habe die amerikanischen Bedingungen abgelehnt, während iranische Beamte erklärten, die Vereinigten Staaten seien mit überzogenen Forderungen statt mit einem tragfähigen Rahmen für eine gegenseitige Deeskalation angetreten. Die Kernstreitpunkte waren nicht verfahrenstechnischer Natur. Sie drehten sich um das iranische Atomprogramm, die Straße von Hormus und den regionalen Schauplatz, insbesondere den Libanon. Doch handelte es sich hierbei nicht um drei isolierte Meinungsverschiedenheiten. Es waren drei Ausdrucksformen eines größeren Kampfes: Wer darf die Bedingungen der Ordnung festlegen nach einem Krieg, den keine Seite endgültig gewinnen konnte.
Die iranische Delegation ließ kaum Zweifel an Teherans Absichten. Rund 70 Vertreter aus Regierung, Parlament, Zentralbank und den nationalen Sicherheitsbehörden waren auf ernsthafte, detaillierte und folgenreiche Verhandlungen vorbereitet. Dies war keine Delegation, die nur zum Schein, zur Verzögerungstaktik oder für diplomatische Inszenierungen zusammengestellt worden war. Sie war so aufgestellt, dass sie das gesamte Spektrum strategischer, politischer und wirtschaftlicher Fragen abdecken konnte. Doch die Gespräche gerieten auf höchster Ebene ins Stocken, da der Streit von Anfang an die Kernfragen betraf und Fortschritte blockierte, noch bevor die Parteien überhaupt damit beginnen konnten, die technischen Details zu erörtern.Der Iran weigerte sich, ein amerikanisches Diktat zu akzeptieren, das darauf abzielte, auf diplomatischem Wege zu formalisieren, was Washington und seinen Verbündeten durch Krieg nicht gelungen war. Gleichzeitig zeigte Teherans eigene Vorbereitung, dass es bereit war, ernsthaft zu verhandeln. Die Breite und das Gewicht seiner Delegation spiegelten einen Staat wider, der bereit war, ein ernsthaftes Ergebnis anzustreben. Die Vereinigten Staaten schienen jedoch von der Überzeugung auszugehen, dass ihnen die militärische Initiative das Recht gab, die Bedingungen zu diktieren. Der Iran zieht aus dem Krieg die gegenteilige Schlussfolgerung. Er argumentiert, dass er sein wesentliches
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