Warum verhält sich die NATO immer noch feindselig gegenüber Russland, und spielt der Nahe Osten dabei eine Rolle?

Von Elijah J. Magnier:

Übersetzung CHH

Russland hat seine Beziehungen zur NATO ausgesetzt, sein Botschaftspersonal in Brüssel, Belgien, abberufen und die NATO-Offiziere in Moskau aufgefordert, das Land zu verlassen und das NATO-Informationsbüro zu schließen. Dieser Schritt erfolgte als Reaktion auf die Entscheidung der NATO, acht russische Offiziere auszuweisen und Umfang der NATO-Mission um die Hälfte zu reduzieren. Nichtsdestotrotz haben Russland und die 30 Länder, die der NATO angehören, immer noch diplomatische Vertretungen und Botschaften in Moskau, und Russland hat Botschaften in all diesen Ländern. Die Zusammenarbeit zwischen Russland und der NATO wurde zur Zeit der Ukraine-Krise im Jahr 2014 zunächst für Jahre ausgesetzt. Was ist der Grund für die derzeitige Feindseligkeit der NATO gegenüber Russland? Ist sie gerechtfertigt? Spielt der Nahe Osten dabei eine Rolle?

Als die NATO 1949 kurz nach dem Zweiten Weltkrieg und während des Kalten Krieges zwischen den USA und der ehemaligen Sowjetunion gegründet wurde, besaß Washington die Gesamtkontrolle über mehrere europäische Länder. Die USA entsandten Zehntausende von Militärangehörigen auf den gesamten europäischen Kontinent, da sie sich als Retter Europas vor Hitlerdeutschland betrachteten.

Die USA errichteten eine große Anzahl von Militärstützpunkten in Europa, um “der kommunistischen Bedrohung entgegenzuwirken”. Unter diesem Vorwand errichteten die USA allein in Deutschland 119 Stützpunkte, in Italien 44, in Großbritannien 25, in Portugal 21 und in Belgien 11 (Frankreich forderte die US-Streitkräfte zum Abzug auf, der 1967 endgültig vollzogen wurde). Die USA waren der Ansicht, dass der europäische Kontinent die vorgeschobene Front bei einem Atomschlag darstellt, der von vielen Ländern als Reaktion auf einen hypothetischen russischen Mehrfronten- und Atomangriff auf US-Territorium gestartet werden sollte.

So schufen die USA einen Feind, Russland, und Europa begleitete sie, um Moskau seine Feindschaft zu erklären, obwohl der europäische Kontinent gute Beziehungen zu Russland unterhält. Das Volumen des Handelsaustauschs zwischen Russland und Europa belief sich im Jahr 2020 auf 174,3 Milliarden Dollar.

Der französische Präsident Emmanuel Macron sagte: “Europa kann sich nicht mehr darauf verlassen, dass Amerika die NATO-Verbündeten verteidigt, denn was es erlebt, ist der Hirntod der NATO. Europa muss aufwachen … und muss anfangen, über eine Strategie als geopolitische Macht nachzudenken”.

Der französische Präsident war nicht der Einzige, der die Rolle der USA und die mangelnde Solidarität und Gleichberechtigung unter den NATO-Ländern kritisierte. Die einseitige Entscheidung der USA, Afghanistan zu verlassen, rief in vielen EU-Mitgliedstaaten, die in Afghanistan präsent sind, und bei den US-Streitkräften Wut hervor: Sie fühlten sich im Stich gelassen. Die USA hatten es nämlich versäumt, ihre Verbündeten über die Abzugsentscheidung und -verfahren zu informieren.

Europa sieht also nicht mehr die Notwendigkeit, als Schutzschild für die USA zu fungieren, um sie vor Russland zu schützen, das Europa als Wirtschaftspartner und nicht als Feind betrachtet, der auf Konfrontation aus ist, zumal die militärischen Kontakte und die Zusammenarbeit zwischen den USA und Russland stets aufrechterhalten wurden.

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