Der Fehler, Netanjahu zu unterschätzen: Unerwartete Strategien und Verluste

Von Elijah J. Magnier:

Übersetzt von CHH.

Der laufende Krieg, der im Oktober 2023 ausbrach, hat eine bedeutende strategische Fehleinschätzung der Achse des Widerstands ans Licht gebracht, insbesondere in Bezug auf den palästinensischen Widerstand. Ihr Versäumnis, die Bereitschaft des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu, sich auf eine langwierige, äußerst zerstörerische militärische Konfrontation einzulassen, richtig einzuschätzen, hat zu einem unerwarteten und düsteren Ergebnis geführt. Dieser Krieg, der längste und brutalste in der jüngeren Geschichte Palästinas, hat zu einer beispiellosen Zerstörung geführt, die eine unglaubliche Zahl von Opfern gefordert hat, ohne dass ein Ende in Sicht ist. Er hat auch die tiefgreifenden Fehler in den strategischen Annahmen beider Seiten aufgezeigt und zu einem Konflikt geführt, der durch unermessliches menschliches Leid, wirtschaftliche Verwüstung und erhöhte geopolitische Risiken im gesamten Nahen Osten gekennzeichnet ist.
Historisch gesehen neigt Israel dazu, ausgedehnte Kriege zu vermeiden, insbesondere wenn sie mit hohen Kosten in Form von zivilen und wirtschaftlichen Verlusten sowie mit dem unvermeidlichen Druck der internationalen Gemeinschaft verbunden sind. Netanjahu hat jedoch bewiesen, dass er zu einer weitaus aggressiveren und nachhaltigeren militärischen Strategie bereit ist, als es der palästinensische Widerstand vielleicht erwartet hätte. Seine innenpolitische Situation ist entscheidend für das Verständnis seiner Entscheidungsfindung in diesem Krieg. Netanjahu, der zu Hause bereits unter starkem politischem Druck steht – unter anderem durch Korruptionsvorwürfe und weit verbreitete Proteste gegen seine Regierung -, scheint diesen Krieg als Chance zu begreifen. Er hat den Konflikt als einen „existenziellen Krieg an mehreren Fronten“ bezeichnet, um Israel angesichts einer äußeren Bedrohung zu vereinen und die Aufmerksamkeit von seiner eigenen prekären politischen Lage abzulenken.

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