
Von Elijah J. Magnier –
Der israelische Generalstabschef Eyal Zamir glaubt, dass er die ihm anvertraute erste Mission bereits erfüllt hat. Die Operation „Gideon’s Chariots” sollte den Boden bereiten, damit die Regierung aus einer Position der maximalen Stärke heraus verhandeln, den Krieg beenden und die Freilassung israelischer Gefangener erreichen konnte. Doch gerade als Zamir diese Erfolge konsolidieren wollte, änderte Premierminister Benjamin Netanjahu abrupt die Zielvorgaben. Er hat nun die Armee angewiesen, eine zweite, weitaus gefährlichere Phase einzuleiten: die Besetzung von Gaza-Stadt.
Die Operation „Gideon’s Chariots” wurde im gesamten Gazastreifen durchgeführt, ihr Schwerpunkt lag jedoch im Norden, rund um Gaza-Stadt. Hier konzentrierte Israel seine Bombardierungen und begrenzten Bodenoffensiven mit dem Ziel, Tunnel, Waffenlager und Kommandozentralen der Hamas zu zerstören. Gleichzeitig operierten israelische Streitkräfte entlang der Grenzgebiete, um Pufferzonen zu schaffen und ihre Einstiegspunkte zu sichern. Die Operation war nie als vollständige Invasion gedacht.
Für Zamir sind die Risiken offensichtlich. Der Stadtkrieg in Gaza ist anders als alle Schlachtfelder, mit denen Israel bisher konfrontiert war. Die engen Gassen der Stadt, das ausgedehnte Tunnelnetz und eine Zivilbevölkerung, die tief mit den Widerstandskämpfern verwoben ist, verwandeln sie in ein tödliches Labyrinth für jede konventionelle Streitmacht. Die Geschichte liefert ernüchternde Warnungen. Im Jahr 2002 erlitten israelische Truppen während der Operation „Defensive Shield“ unerwartete Verluste in Jenin. Im Jahr 2006 forderte der Widerstand der Hisbollah im Südlibanon schwere Verluste und deckte die Grenzen der militärischen Überlegenheit Israels in dichtem Gelände auf.
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